Der tiefe Fall, Glascow Rangers
Glasgow Rangers werden in Liga vier herabgestuft
14.07.2012, 11:25 Uhr abendblatt.de
Man stelle sich vor, Bayern München würde in die Regionalliga strafversetzt. Vergleichbares ist nun im schottischen Fußball passiert.
Glasgow/Berlin. Paukenschlag im Hampden Park: Der schottische Rekordmeister Glasgow Rangers ist nach seiner Insolvenz wegen Schulden von 170 Millionen Euro in die vierte Liga zurückgestuft worden und stürzt damit Schottlands gesamten Profi-Fußball in eine große Krise.
Die Versetzung habe die Vereinigung der schottischen Clubs entschieden, teilte der Geschäftsführer der schottischen Fußball-Liga (SFL), David Longmuir, am Freitag mit. Die Hoffnung der Rangers, künftig in der 2. Liga spielen zu dürfen, machten die stimmberechtigten Vereine damit zunichte.
25 von 30 Clubs sollen sich dagegen ausgesprochen haben. Der schottische Rekordmeister braucht damit mindestens drei Jahre, um sich wieder in die höchste schottische Spielklasse vorzuarbeiten. "Die heutige Entscheidung war eine der schwierigsten für alle Betroffenen, aber sie ist im Interesse der Fairness gefallen, die die Basis der schottischen Fußball-Vereinigung ist“, sagte Longmuir.
"Diese Entscheidung erhält die sportliche Integrität aufrecht, was die schottischen Fans gefordert hatten“, sagte Rangers-Geschäftsführer Charles Green: "Aber sie wird auch massive Auswirkungen auf den schottischen Fußball haben. Nur die Zeit wird zeigen, was die Folgen sind.“
Bislang größter britischer Klub in der Insolvenz
Hintergrund für den tiefen Absturz ist, dass die Rangers, die erst im Juni durch ein Konsortium um den Briten Charles Green übernommen wurden, mit umgerechnet rund 166 Millionen Euro verschuldet sind. Der 54-malige schottische Champion war Mitte Februar als bisher größter britischer Fußballclub in die Insolvenz gegangen. Nach dem Ausschluss aus der schottischen Premier League (SPL) am 4. Juli folgte nun der nächste Tiefschlag für den Traditionsklub.
Green deutete an, dass die Rangers die Entscheidung akzeptieren werden. "Wir möchten eine gute Rolle in der dritten Division spielen und ermutigen unsere Fans, die anderen Clubs in der Liga zu unterstützen, indem sie zu unseren Spielen kommen“, sagte er laut einer Mitteilung. "Wir sind ein Fußballclub und wollen nur dahin wieder zurückkommen, Fußball zu spielen.“
Weniger als 500 Zuschauer besuchten die Spiele in der vierten Liga im Durchschnitt in der letzten Saison. Serienmeister Glasgow Rangers hatte bei seinen Heimspielen zuletzt einen Zuschauerschnitt von mehr als 45.000. Lokalrivale Celtic muss nun auf die lukrativen vier Derbys pro Spielzeit verzichten, das könnte Auswirkungen auf die TV-Gelder haben.
Bisher war das "Old Firm“ das Faustpfand in den Verhandlungen mit Fernsehsendern und Sponsoren. Die protestantischen Rangers und die katholischen Celtics haben seit dem Titelgewinn des FC Aberdeen 1985 jedes Jahr den Meister unter sich ausgemacht. Doch das legendäre, 124 Jahre alte Derby ist nun Geschichte - es drohen den Profi-Klubs in Schottland Einbußen von mehr als 100 Millionen Euro.
Vor allem deshalb hatte der schottische Verband auf einen anderen Ausgang gehofft; bei einer Rückkehr der Rangers in die Premier League nach einem Jahr wäre der finanzielle Schaden überschaubar gewesen. In der vergangenen Woche hatten die Erstliga-Clubs bereits dafür votiert, dass die Glasgow Rangers nicht an der 12 Clubs umfassenden schottischen Premier League teilnehmen dürfen.
Rangers hoffen auf ein Hintertürchen
Aufgrund der großen Bedeutung der "Gers“ für den schottischen Profifußball hofft der Klub denn auch weiterhin auf ein Hintertürchen. Auf ihrer Website schreiben die Rangers, dass die schottische Premier League die Einführung einer zweiten Premier League vorschlagen will - einer neuen Liga, in der die Rangers einen Platz finden wollen.
Doch ob derartige Szenarien bei den Vertretern der zweiten, dritten und vierten Liga Gehör finden, ist höchst fraglich. Von Anfang an bildete sich eine breite Phalanx, die eine Sonderbehandlung des Renommierklubs entschlossen ablehnte.
Auch vor der Entscheidung demonstrierten Anhänger des schottischen Fußballs am Hampden Park und forderten erneut, dass sich Integrität und sportliche Fairness durchsetzten müssten. Sogar die Fans der Rangers hatten sich klar zu einem Neuanfang in der vierten Liga, der Third Division, bekannt.
"Wir freuen uns darauf, bei unserer Reise durch die vierte Liga neue Freunde zu gewinnen“, schrieb die Fanvereinigung Rangers Supporter Trust in einem öffentlichen Statement vor der Entscheidung. Ab der kommenden Saison kann sie beginnen, die Reise der großen Rangers in die schottische Fußball-Provinz.
Es geht also nicht nur im Eishockey so!
Der Gedanke, der FCB in Liga 4 wäre doch auch etwas, oder? Aber bei deren Polster wird das wohl nicht so schnell passieren.
14.07.2012, 11:25 Uhr abendblatt.de
Man stelle sich vor, Bayern München würde in die Regionalliga strafversetzt. Vergleichbares ist nun im schottischen Fußball passiert.
Glasgow/Berlin. Paukenschlag im Hampden Park: Der schottische Rekordmeister Glasgow Rangers ist nach seiner Insolvenz wegen Schulden von 170 Millionen Euro in die vierte Liga zurückgestuft worden und stürzt damit Schottlands gesamten Profi-Fußball in eine große Krise.
Die Versetzung habe die Vereinigung der schottischen Clubs entschieden, teilte der Geschäftsführer der schottischen Fußball-Liga (SFL), David Longmuir, am Freitag mit. Die Hoffnung der Rangers, künftig in der 2. Liga spielen zu dürfen, machten die stimmberechtigten Vereine damit zunichte.
25 von 30 Clubs sollen sich dagegen ausgesprochen haben. Der schottische Rekordmeister braucht damit mindestens drei Jahre, um sich wieder in die höchste schottische Spielklasse vorzuarbeiten. "Die heutige Entscheidung war eine der schwierigsten für alle Betroffenen, aber sie ist im Interesse der Fairness gefallen, die die Basis der schottischen Fußball-Vereinigung ist“, sagte Longmuir.
"Diese Entscheidung erhält die sportliche Integrität aufrecht, was die schottischen Fans gefordert hatten“, sagte Rangers-Geschäftsführer Charles Green: "Aber sie wird auch massive Auswirkungen auf den schottischen Fußball haben. Nur die Zeit wird zeigen, was die Folgen sind.“
Bislang größter britischer Klub in der Insolvenz
Hintergrund für den tiefen Absturz ist, dass die Rangers, die erst im Juni durch ein Konsortium um den Briten Charles Green übernommen wurden, mit umgerechnet rund 166 Millionen Euro verschuldet sind. Der 54-malige schottische Champion war Mitte Februar als bisher größter britischer Fußballclub in die Insolvenz gegangen. Nach dem Ausschluss aus der schottischen Premier League (SPL) am 4. Juli folgte nun der nächste Tiefschlag für den Traditionsklub.
Green deutete an, dass die Rangers die Entscheidung akzeptieren werden. "Wir möchten eine gute Rolle in der dritten Division spielen und ermutigen unsere Fans, die anderen Clubs in der Liga zu unterstützen, indem sie zu unseren Spielen kommen“, sagte er laut einer Mitteilung. "Wir sind ein Fußballclub und wollen nur dahin wieder zurückkommen, Fußball zu spielen.“
Weniger als 500 Zuschauer besuchten die Spiele in der vierten Liga im Durchschnitt in der letzten Saison. Serienmeister Glasgow Rangers hatte bei seinen Heimspielen zuletzt einen Zuschauerschnitt von mehr als 45.000. Lokalrivale Celtic muss nun auf die lukrativen vier Derbys pro Spielzeit verzichten, das könnte Auswirkungen auf die TV-Gelder haben.
Bisher war das "Old Firm“ das Faustpfand in den Verhandlungen mit Fernsehsendern und Sponsoren. Die protestantischen Rangers und die katholischen Celtics haben seit dem Titelgewinn des FC Aberdeen 1985 jedes Jahr den Meister unter sich ausgemacht. Doch das legendäre, 124 Jahre alte Derby ist nun Geschichte - es drohen den Profi-Klubs in Schottland Einbußen von mehr als 100 Millionen Euro.
Vor allem deshalb hatte der schottische Verband auf einen anderen Ausgang gehofft; bei einer Rückkehr der Rangers in die Premier League nach einem Jahr wäre der finanzielle Schaden überschaubar gewesen. In der vergangenen Woche hatten die Erstliga-Clubs bereits dafür votiert, dass die Glasgow Rangers nicht an der 12 Clubs umfassenden schottischen Premier League teilnehmen dürfen.
Rangers hoffen auf ein Hintertürchen
Aufgrund der großen Bedeutung der "Gers“ für den schottischen Profifußball hofft der Klub denn auch weiterhin auf ein Hintertürchen. Auf ihrer Website schreiben die Rangers, dass die schottische Premier League die Einführung einer zweiten Premier League vorschlagen will - einer neuen Liga, in der die Rangers einen Platz finden wollen.
Doch ob derartige Szenarien bei den Vertretern der zweiten, dritten und vierten Liga Gehör finden, ist höchst fraglich. Von Anfang an bildete sich eine breite Phalanx, die eine Sonderbehandlung des Renommierklubs entschlossen ablehnte.
Auch vor der Entscheidung demonstrierten Anhänger des schottischen Fußballs am Hampden Park und forderten erneut, dass sich Integrität und sportliche Fairness durchsetzten müssten. Sogar die Fans der Rangers hatten sich klar zu einem Neuanfang in der vierten Liga, der Third Division, bekannt.
"Wir freuen uns darauf, bei unserer Reise durch die vierte Liga neue Freunde zu gewinnen“, schrieb die Fanvereinigung Rangers Supporter Trust in einem öffentlichen Statement vor der Entscheidung. Ab der kommenden Saison kann sie beginnen, die Reise der großen Rangers in die schottische Fußball-Provinz.
Es geht also nicht nur im Eishockey so!
Der Gedanke, der FCB in Liga 4 wäre doch auch etwas, oder? Aber bei deren Polster wird das wohl nicht so schnell passieren.